Chronik der Löschgruppe Steinenbrück

Man schrieb das Jahr 1921, als sich in Steinenbrück, wie vielerorts, verantwortungsbewusste Männer regten, um eine wichtige Selbsthilfeeinrichtung ins Leben zu rufen die sich fortan nicht nur als Dienst am Nächsten erwies, sondern auch von echter bürgerschaftlicher Gesinnung zeugt: die Freiwillige Feuerwehr, Löschzug Steinenbrück.

Die Gemeinde Overath honorierte diese spontane Bereitschaft mit der Verbesserung des bereits bestehenden Spritzenhauses. Allerdings mussten die zur Verfügung stehenden Handdruckspritzen auf dem Nachbargrundstück abgestellt werden, da das Spritzenhaus vorab zweckentfremdet genutzt werden musste.

Der Gedanke zur Gründung einer Feuerwehr ging von dem damaligen Overather Bürgermeister Bennauer aus der zunächst ein Gespräch mit den Herren Josef Hewel, Christian Pütz sen. und Wilhelm Eisengarten sen. führte. Die beabsichtigte Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr fand in der Steinenbrücker Bevölkerung eine so große Unterstützung, dass sich schon gleich 40 Personen zur aktiven Mitgliedschaft in einem Löschzug bereit faden. Das Spritzenhaus konnte seinem ursprünglichen Zweck schnell wieder zugeführt und eine schlagkräftige Wehr erstellt werden. Mit bemerkenswertem Elan ging man an die Arbeit und es fehlte auch nicht an einer für die damalige Verhältnisse modernen Ausrüstung. In den ersten Jahren war auch eine Musikkapelle der Stolz der Steinenbrücker Wehrmänner.

Josef Hewel wurde der erste Brandmeister. Nicht zuletzt ihm sind große Initiativen zu verdanken: die Handdruckspritze wurde durch eine 400l Motorspritze ersetzt, Ausgehuniformen wurden angeschafft und ein großer PKW konnte als Transportfahrzeug für die Motorspritze umgebaut werden. Brandmeister Hewel übernahm 1935 das Amt des Kreisbrandmeisters und fortan wurde die Steinenbrücker Löschgruppe von seinem bisherigen Vertreter Josef Schmidt geführt.

Nachdem in den ersten 20 Jahren in vielen Fällen Hilfe geleistet und Hab und Gut gerettet werden konnte, verlangten die Jahre des Zweiten Weltkrieges einen weit höheren Einsatz. Mit einem durch Einberufung zur Wehrmacht stark geschwächten Mitgliederbestand musste die Löschgruppe oftmals Großbrände bekämpfen und schwierige Rettungsmaßnahmen durchführen. Die kriegsbedingten vermehrten Großeinsätze führten dann auch 1942 zur Anschaffung einer neuen Spritze des Typs TS8 und eines Löschfahrzeuges durch die Gemeinde Overath. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde schon sehr bald die Arbeit wieder aufgenommen, wenn auch das 25-jährige Jubelfest 1946 nicht gefeiert werden konnte. Brandmeister Schmidt war in diesem Jahr infolge eines Betriebsunfalls gezwungen, seine aktive Tätigkeit aufzugeben und so stand dann Josef Hammermann bis 1951 der Löschgruppe als Brandmeister vor, bis ihn nach gesundheitlicher Wiedergenesung Josef Schmidt ablöste und die Geschäfte bis zum Jahre 1959 wahrnahm.

Als die Wehrleute vom Lüderich 1951 das 30jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr feierten, würdigte man insbesondere das verdienstvolle Wirken des ersten Brandmeisters Josef Hewel, der auf einstimmigen Beschluss zum Ehrenbrandmeister ernannt wurde.

Beim 40jährigen Jubelfeste im Jahre 1961 waren noch 4 Gründer aktiv in der Löschgruppe tätig. Heute sind alle Gründer verstorben. Adolf Buhs sen. übernahm 1959 die Leitung der aus 20 Mitgliedern bestehenden Wehr; er verstarb im März 1970.

Sein Sohn Wilbert Buhs sen. führte die Brandmeistergeschäfte als sein Vertreter weiter. Im Juni 1971 setzte ihn die Gemeinde Overath nach zuvor an der Landesfeuerwehrschule Münster erfolgreich abgeschlossenen Prüfung offiziell zum Brandmeister der Löschgruppe Steinenbrück ein.

Neben Brandbekämpfungseinsätzen waren es Überschwemmungen, Sturmschäden, Unglücksfälle verschiedenster Art, die den Einsatz der Steinenbrücker Feuerwehr notwendig machten. Seit Jahrzehnten übernimmt sie auch den Ordnungsdienst bei kirchlichen Prozessionen und Umzügen der Ortsvereine und hat auch stets zur Ausschmückung des Gotteshauses an hohen Festtagen beizutragen.

Am 17. April 1973 vernichtete ein Großfeuer die Gaststätte "Steinenbrücker Hof". Das war für die Vereine ein großer Verlust, denn wo sollten nur Veranstaltungen abgehalten werden? Der Gastwirt Dieter Knape selbst schwer verletzt schaffte es aber innerhalb von 7 Monaten den Steinenbrücker Hof wieder aufzubauen so das am 11. November 1973 wieder die ersten Veranstaltungen abgehalten werden konnte. Sehr zur Freude der Bevölkerung.

Anlässlich des 50jährigen Jubelfestes stellt sich die Löschgruppe Steinenbrück mit ihren 26 aktiven Mitgliedern als eine schlagkräftige Wehr vor, die nach wie vor die Begeisterung der Gründerzeit besitzt, trotz einer gewandelten gesellschaftlichen Auffassung von bürgerschaftlicher Selbsthilfe. Sie erhoffen sich allerdings auch eine Unterstützung durch die Gemeinde in Ihrem Bemühen um ein neues Gerätehaus, da das alte „Spritzenhaus" den technischen Anforderungen nicht mehr genügt. Wenn auch das Löschfahrzeug vom Typ LF8 - TSA den damaligen Notwendigkeiten entsprach, so kamen nach dem Ausbau der Autobahn Köln/Olpe neue und größere Aufgaben auf die Freiwillige Feuerwehr zu, die eine Überprüfung der Ausrüstung notwendig machten.

1978 wurde dann von der Gemeinde ein neues Löschfahrzeug (LF 8) angeschafft, das am 22. Januar 1978 an der Kirche eingesegnet wurde. Danach wurde das Fahrzeug auf dem Schulgelände der Bevölkerung vorgestellt, mit anschließendem Umtrunk.

Nach zähen Verhandlungen mit der Gemeinde wurde schließlich erreicht, dass ein Grundstück in Altenbrück für den Neubau eines Gerätehauses erworben werden konnte. Hierzu ist zu erwähnen, dass der Fabrikant Günter Flocke einen Teil seines Grundstückes der Feuerwehr schenkte. So konnte 1979 das neue Gerätehaus mit Unterrichtsraum bezogen werden.

Mit einem Festzug vom alten Spritzenhaus in Steinenbrück nach Altenbrück wurde unter Beteiligung der Ortsvereine mit einem Tag der offenen Tür das neue Gerätehaus am 17. April 1979 eingeweiht. Die Pfarrer Langen und John nahmen die Einsegnung des Hauses vor. Von den Wehrfrauen wurde den Kameraden zu diesem Anlass eine 70cm großer Sankt Florian überreicht.

Die Löschgruppe beschloß 1980 aus Spenden der Bevölkerung einen gebrauchten Mannschaftstransportwagen zu kaufen um bei Einsätzen schneller mehr Leute an die Einsatzstelle bringen zu können.

Wiederum aus Spenden und aus dem Gewinn des "Tag der Offenen Tür" konnte 1982 ein Streuanhänger gekauft werden, der beim Abstreuen der Straße bei Ölunfällen sehr gute Dienste leistet.

1982 konnte OBM Wilbert Buhs an der Landesfeuerwehrschule in Münster die Prüfung zum Hauptbrandmeister mit Erfolg ablegen.

Der Gruppenführer OBM Wilbert Buhs erhielt 1984 mit den Brandmeistern Walter Schloißin und Reinhard Krause die an der Landesfeuerwehrschule in Münster ihre Prüfungen ablegten endlich die nötigen Vertreter.

Der „1.Sonntag" im September wurde zur festen Einrichtung als Tag der Offenen Tür. Diese Veranstaltung wird seitdem von der Bevölkerung aus Steinenbrück und Untereschbach sehr gut besucht.

Da die Löschgruppe nur ein LF 8 und ein MTW in ihrem Fahrzeugpark hatte beschloss man 1988 ein Tanklöschfahrzeug (TLF 8) anzuschaffen um bei Einsätzen noch schneller Hilfe leisten zu können.

Gefeiert werden konnte auch mit Freunden und Gönnern das „10jährige Einweihungsfest" des Gerätehauses. Ein größeres Fest wurde 1991 zum 70jährigen Bestehen in der Mehrzweckhalle in Untereschbach gefeiert.

1991 legte Jörg Büscher die Brandmeisterprüfung ab und wurde stellvertreter des Hauptbrandmeisters Wilbert Buhs.

Nach fast 40 Jahren aktiv in der Löschgruppe Steinenbrück zwangen 1996 Wilbert Buhs eine Krankheit in den Ruhestand. Er hat an der Weiterentwicklung der Gruppe entscheidenden Anteil. Sein Nachfolge übernahm Jörg Büscher.

Am 21. Juni 1996 fand die größte Feierlichkeit in der Geschichte der Feuerwehr Steinenbrück statt. „Das 75jährige Bestehen". Zu diesem Anlass wurde ein großes Festzelt aufgebaut und 3 Tage ausgiebig unter großer Anteilnahme der Bevölkerung gefeiert. Der Höhepunkt der Veranstaltung war der Auftritt einer kölschen Band „De Höhner".

Im Februar 1997 bestand Dieter Kippels seinen Brandmeisterlehrgang in Münster und wurde Sellvertretender Gruppenführer.

Im Jahr darauf, also 1998, bestand Lothar Kemmerling seinen Brandmeisterlehrgang in Münster und stärkte damit die Führungsriege der Steinenbrücker Feuerwehr.

Zum Jahrgangswechsel 1999 - 2000 mussten wir eine Einsatzbereitschaft im Gerätehaus herstellen. Durch die große Kameradschaft wurde beschlossen, das alle Kameraden und ihre Angehörigen zusammen ins neue Jahrtausend feiern und dabei die Einsatzbereitschaft in einem Notfall sehr schnell erfüllen zu können - es blieb aber ruhig.

2001 hat sich die Steinenbrücker Feuerwehr wieder ein großes Projekt vorgenommen: das Gerätehaus sollte umgebaut werden. Das Gerätehaus wurde für die Anzahl Kameraden langsam aber sicher zu klein.

So wurden in 1,5-jähriger Bauzeit neben dem normalen Übungs- und Unterrichtsdiensten ein Dachgeschoss auf das Gerätehaus gesetzt, in dem jetzt ein großer Unterrichtsraum, Toiletten, eine Küche und ein Büro Platz haben. Die finanziellen Mittel wurden von der Stadt Overath bereitgestellt, der handwerkliche Part würde von den Kameraden der Feuerwehr Steinenbrück bewältigt.

Im alten Unterrichtsraum wurde die Kleiderkammer der Stadt Overath eingerichtet.

Ein „Einweihungsfest" fand am 18.10.2002 mit den Verantwortlichen der Stadt Overath und den Ortsvereinen statt.

Fortsetzung folgt